Thema Anwohnerschutz

Die Sternstraße - eine gefährliche Rennpiste

Über die Sternstraße strömen täglich tausende Fahrzeuge nach Friesenheim hinein und wieder heraus. Die vierspurige Route wird dabei oft zu einer wahren Rennpiste für Hobbyraser – für die vielen Kinder, die in dieser Gegend wohnen, eine große Gefahr. Sie müssen sicher in die Wilhelm-Leuschner-Schule und zu ihren Kindergärten oder Kindertagesstätten gelangen können.

 

Auch der Schutz vor Lärm und Abgasen muss eine höhere Priorität bekommen. Wir fordern deshalb gerade vor dem Hintergrund der Situation in der Sternstraße ein Generalkonzept für die gesamte Stadt, das Verkehrsströme klug lenkt – und so weit wie möglich von Wohngebieten wie Friesenheim fernhält. Die Stadt muss in Verhandlungen mit großen Unternehmen wie vor allem der BASF treten, damit endlich statt Parkhäusern die Einführung von Job-Tickets für Mitarbeiter gefördert wird. Denn viele Autos auf der Sternstraße gehören Pendlern, die von der A 650 kommen und zur „Anilin“ fahren. Genau für diese hat Ludwigshafen das Angebot im Rahmen des - von Baudezernent Ernst Merkel (CDU) so gefeierten - neuen Bus-und-Bahn-Konzeptes verschlechtert: Gab es früher für Pendler aus Oggersheim, Maxdorf und Bad Dürkheim noch schnelle Rhein-Haardt-Bahn-Züge, die ab der Rohrlachstraße direkt im Tunnel unter dem Danziger Platz zur BASF fuhren, so werden sie nun umständlich durch die Fußgängerzone geleitet - mit Fahrzeitverlängerungen von bis zu 10 Minuten! Die extra für diese Züge gebaute Strecke wurde stillgelegt - ein verkehrspolitischer Irrsinn, der auf dem Rücken vor allem Friesenheimer Anwohner ausgetragen wird. In Mannheim plant man derweil, schon die dritte neue Stadtbahnstrecke zu bauen. Auch deshalb sagen wir: Der Bus- und Straßenbahnverkehr in Ludwigshafen muss wieder besser werden und sich mehr an den Bedürfnissen der arbeitenden Menschen orientieren!

 

Ausbau des Güterzug-Terminals: Friesenheim beim Lärmschutz ignoriert

Anwohnerschutz

Hintergrund:

Die BASF plant den Ausbau ihres Kombiverkehrsterminals (KVT) im Ludwigshafener Norden. Statt 300.000 Ladeeinheiten im Jahr soll der Güterumschlag zwischen Straße und Schiene dort schon bald auf 500.000 Einheiten anwachsen. Die Anfangskapazität von 150.000 Einheiten beim Start des Terminals auf dem Werksgelände der BASF im Jahr 2000 hatte sich bereits fünf Jahre später verdoppelt. Nun soll die Kapazität in der dritten Ausbaustufe auf 500.000 Einheiten aufgestockt werden. Für die Ausbaukosten über 76 Millionen Euro rechnen BASF und die betreibende Deutsche Bahn mit Bundeszuschüssen von 50 Millionen Euro.

Gegen den dann stark zunehmenden Schienenverkehr auf dem Gleis durch Oppau und Edigheim zum Oggersheimer Güterbahnhof formiert sich jedoch Widerstand der Anwohner – auch derer in der Friesenheimer Froschlache, den Ziegelgärten und der Burbacher Straße. Was die Anwohner nun auf den Plan ruft, ist die Steigerung des Zugverkehrs hindurch von derzeit 17 auf dann 32 Zugpaare täglich (nur durch das KVT), die auch in den Abend- und Nachtstunden unterwegs sein werden. Obwohl die Anwohner in der Froschlache, den Ziegelgärten und der Burbacher Straße durch die Züge der Hauptstrecke Mainz-Mannheim noch viel stärker als andere belastet sind, wurde Friesenheim trotz mehrmaliger Aufforderung seitens der Friesenheimer SPD bei den von der Stadt organisierten Gesprächen des „Runden Tischs“ mit BASF und Deutscher Bahn AG außen vor gelassen – im Gegensatz zu Oppau, Edigheim und Oggersheim. Während Teile von Oppau und Edigheim nun einen (allerdings nach Meinung vieler dortiger Anwohner unzureichenden) aktiven Lärmschutz durch diverse Wände erhalten, gibt es für Friesenheim keinerlei Schutz gegen die weitergehenden Verschlechterungen.

Viele Friesenheimer Bürgerinnen und Bürger sind weiterhin sehr verärgert darüber, dass der Stadtteil bislang bei den Bemühungen um Lärmschutz beim Ausbau des BASF-Kombiverkehrsterminals komplett ignoriert wurde. Dies steht in krassem Gegensatz zu den doppelten Lärmbelastungen, denen die Menschen dort jetzt schon ausgesetzt sind: Der Bereich liegt am Oggersheimer Güterbahnhof, der von den BASF-Zügen passiert wird, und an der DB-Hauptlinie Mainz-Mannheim. Eine Lärmschutzwand (wie zum Teil in Oppau/Edigheim geplant) ist hier wegen der Breite der Gleisanlagen unmöglich. Dabei sorgen die vielen Weichen dort für besonders ohrenbetäubende Geräusche der schweren Güterzüge – gerade im Sommer, wenn man gerne einmal länger die Fenster öffnen würde, ein unerträgliches Gekreische. Viele Wohngebäude weisen zudem Risse aufgrund der Erschütterungen auf. Während Teile von Oppau und Edigheim nun einen (allerdings nach Meinung vieler dortiger Anwohner unzureichenden) aktiven Lärmschutz durch diverse Wände erhalten, gibt es für Friesenheim keinerlei Schutz gegen die weitergehenden Verschlechterungen.

1. Wir kritisieren das Verfahren: Friesenheim wurde ignoriert und vertröstet!
• Bereits im Jahr 2003 hatten sich Anwohner mit vielen Unterschriften an die Ludwigshafener OB Lohse gewandt. Die OB machte ihnen Hoffnungen, dass sie ab 2006 von „Sanierungsmaßnahmen der Bahn profitieren könnten“. Bei der Einwohnerversammlung 2007 in Oggersheim kritisiert wurden zudem die Rangiertätigkeiten. „Das Problem ist bekannt, wir werden weiter für eine Lösung kämpfen“, erklärte Baudezernent Merkel damals. Seitdem haben die Anwohner weder von OB Lohse noch von Herrn Merkel jemals wieder etwas gehört!
• Bei der Einwohnerversammlung in Edigheim im Sommer 2008 wurde seitens von Anwohnern bzw. örtlicher SPD auf eine Einbeziehung Friesenheims in den „Runden Tisch“ der Stadt gedrungen. Reaktion: keine!
• Ein erster Antrag im Ortsbeirat Friesenheim vom August/September 2008 wurde auf Empfehlung des Baudezernats mit dem falschen Hinweis zurückgestellt, erst das Gutachten der DB zum KVT-Ausbau würde über die Betroffenheit des Bereichs Froschlache/Ziegelgärten Auskunft geben – tatsächlich was dieser Bereich gar nicht Gegenstand des Gutachtens, wie seitens der DB bei der jüngsten Einwohnerversammlung in Edigheim öffentlich bestätigt wurde!
• Wir sagen: Kein weiteres Verzögern und Vertrösten (noch dazu mit falschen Versprechungen)! Friesenheim muss bei allen Gesprächen mit an den Tisch.

2. Wir fordern: Verkehr möglichst vermeiden – andere Streckenführungen prüfen!
Vorrangiges Ziel muss sein, Verkehr auf der Strecke Edigheim/Oppau – Oggersheim/Friesenheim so weit wie möglich zu vermeiden:
• Deshalb fordern wir die Erstellung eines Konzepts für die verstärkte und überwiegende Nutzung der BASF-Südanbindung (Tunnelgleise zum Hauptbahnhof). Anwohner andernorts wären nicht belastet: Führt die Südstrecke doch eine lange Wegstrecke durch die BASF und außerhalb des Werkgeländes eben durch einen Tunnel, aus dem sie erst am Hauptbahnhof wieder auftaucht. BASF und DB jedenfalls sagten bei der Einwohnerversammlung im Sommer 2008 zu, diese Variante bis zur nächsten Einwohnerversammlung „zu prüfen“. Bei eben dieser am 24. Oktober 2008 in Edigheim erfolgte die entsprechende Nachfrage, was bei den Verantwortlichen zu äußerst knappen (Negativ-)Reaktionen führte.
• Wir fordern des Weiteren, den Bau einer Alternativstrecke (z.B. entlang der A6) zu prüfen.

3. Wir wollen DB und BASF beim Wort nehmen: weitere MaĂźnahmen umsetzen!
FĂĽr den Verkehr, der auf der bisherigen Strecke bleiben muss, fordern wir Verbesserungen, die DB und BASF zum Teil schon versprochen haben:
• Wir fordern den Rückbau des Gleiskörpers am Güterbahnhof Oggersheim von 8 auf 4 Gleise und das Anlegen einer begrünten Pufferzone zur Wohnbebauung hin: DB und BASF hatten zugesagt (und dies bei der Einwohnerversammlung am 24. Oktober öffentlich verkündet!) zukünftig durch „bessere Betriebskoordination“ die Güterzüge zwischen Hauptbahnhof und KVT ohne Unterwegshalt zu führen, um lärmintensives Abbremsen und Wiederanfahren zu vermeiden. Wird dies umgesetzt, braucht man in Oggersheim auch keine Abstellgleise mehr und kann durch den Rückbau von 8 auf 4 Gleise die Ernsthaftigkeit der Zusage unterstreichen! Der Verbleib von 4 Gleisen bietet danach noch ausreichend Haltemöglichkeiten für Ausnahmefälle bzw. für Züge, die in Nordrichtung wechseln müssen. Gleichzeitig kann der Lärmschutz mit dem Anlegen einer begrünten Pufferzone verbessert werden. Sollte diese Forderung wie angedeutet abgelehnt werden, erwarten wir eine genaue Begründung. Wird evtl. noch anderer, zusätzlicher Güter- & Rangierverkehr in der Zukunft geplant?
• Wir fordern eine Selbstverpflichtung der DB, Rangierverkehr im Bereich des Güterbahnhofs Oggersheim zu vermeiden. Für Züge, die dort die Fahrtrichtung nach Norden wechseln müssen, kann dies durch Fahren mit Doppeltraktion vermieden werden.
• Wir fordern eine Langsamfahrpflicht (10 km/h) für verbleibende Güterzüge, die im Bereich des Güterbahnhofs Oggersheim auf die Hauptstrecke wechseln.
• Wir fordern eine Verpflichtung zum Einsatz von neuen, geräuschreduzierten Güterwagen in diesem Bereich und auf der KVT-Nordanbindung (Oppau/Edigheim). Herr Minister Hering hatte bei der Verkehrskonferenz in Ludwigshafen darüber informiert, dass es an anderen Stellen in Deutschland entsprechende Ansätze gibt. Dies sollte möglichst auf Ludwigshafen übertragen werden.
• Wir fordern passiven Lärmschutz (schalldichte Fenster etc.) für die Anwohner von Froschlache/Ziegelgärten: Bei einer Einwohnerversammlung im Sommer 2007 ließ die DB wissen, dass eine Lärmschutzwand wegen der Breite des Gleiskörpers und der Höhe der Häuser ausscheidet –für die Anwohner wenig überraschend. Hinsichtlich der Alternative, nämlich der Teil-Finanzierung von passivem Lärmschutz sollten die Betroffenen „umgehend“ angeschrieben werden, ein Gutachter wollte sich noch vor Jahresende 2007 ein Bild von den örtlichen Gegebenheiten machen – bis jetzt warten die Anwohner vergebens. Hier muss sich auch die Stadt endlich einschalten!

 

Ihr Ansprechpartner zum Thema Anwohner- bzw. Lärmschutz

Chritian Schreider